Ulcinj  

 

Eindrücke einer pulsierenden Stadt

von Lutz Sander

In der Innenstadt von Ulcinj schlendert man auf manchmal recht schmalen Wegen von einem Geschäft zum anderen. Die Ladeninhaber grüßen die Passanten höflich, werden dabei aber nicht aufdringlich, wie es in manch anderen südlichen Ländern üblich ist.

Es gibt alles zu kaufen: Vom Andenken über Zeitungen, Fleisch, Fisch, Backwaren bis zu Modeschmuck oder kostbaren Goldketten und –ringen, welche phantasievoll verziert sind. Das kann man alles, für unsere deutschen Verhältnisse, zu günstigen Preisen erwerben. Dazwischen immer wieder kleine Cafés oder Speiserestaurants, in welchen man sich ausruhen und stärken kann. Geht man vom Hotel „Galeb“ in Richtung Hotel „Mediteran“ bergauf, kommt man kurz danach zu einem kleinen Restaurant „Aragosta". Hier bemühen sich  Lulli und Lapo, mit guten Deutschkenntnissen,  um unser Wohl. Ein starker Espresso mit einem Glas Wasser für nur 0,50 Euro bringt einen wieder auf die Beine. Hier kann man auch sehr gut essen, es gibt sogar eine Damen- und eine Herrentoilette. Eine große Auswahl von Schuhen und modischer Kleidung findet man Dienstags und Freitags auf dem Markt sowie in der Markthalle die Produkte hiesiger Landwirtschaft. Da in Montenegro die Landeswährung der Euro ist, obwohl Montenegro nicht zur EU gehört, gibt es keine Schwierigkeiten mit der Umrechnung.

Ulcinj liegt eingebettet in einer wunderschönen Bucht, man hat einen schönen Blick auf die Altstadt, den kleinen Hafen und den kleinen Stadtstrand. Hier kann man auf der Promenade entlang schlendern, sich sonnen, baden im flachen warmen Wasser, Badminton spielen und Sandburgen bauen.

Nach einem Einkaufsbummel kann man, wenn man gut zu Fuß ist,  noch die schöne Altstadt über dem Strand von Ulcinj besuchen. Der Aufstieg von der Strandpromenade zur Altstadt dauert etwa 10 Minuten. Zur Belohnung hat man einen wunderschönen Blick über das Meer und sieht die Brandung an der Festungsmauer. Zur anderen Seite hinüber schaut man auf die Stadt und den kleinen Stadtstrand. Im Jahr 1979 erschütterte ein schweres Erdbeben die Stadt, die alten Mauern der Altstadt stürzten ein und begruben die Menschen unter sich. Es starben 26 Menschen in Ulcinj.

Auf die alten Fundamente hat man die Altstadt mit den alten Steinen wieder aufgebaut, etwas stabiler als früher und jetzt angeblich Erdbebensicher. Das Urtümliche blieb also erhalten.

Hier haben sich auch einige Lokale angesiedelt, in denen man sehr gut essen kann und dabei eine herrliche Aussicht hat. Am 1. Mai 2006 hat hier, urig wie eine Fischerkneipe renoviert, das Lokal „Marco Polo“ wieder eröffnet, welches von Stefan, einem Deutschen aus Barleben  bewirtschaftet wird.

Durchquert man die Altstadt, mit seinen verwinkelten schmalen Gassen, gelangt man im westlichen Flügel zu einem kleinem Museum. Als wir Ende April dort waren, wurde kein Eintritt verlangt. In Katakomben liegen unzählige Kanonenkugeln in verschiedenen Größen sowie Steinmetzarbeiten aus älteren Zeiten. Im Museum stehen Vitrinen mit Münzen, Vasen, Tellern und Krügen.

Verlässt man die Altstadt an dieser Seite, kommt man direkt zur orthodoxen Kirche. Sie liegt in einem gepflegtem Olivenhain. Die Tür zum Vorraum der Kirche steht offen. Es liegen Schriften und Bücher aus, welche man erwerben kann und es brennen Kerzen, welche von Gläubigen anzündet wurden, gegen einen kleinen Obolus für die Kirche.

Nach dem Verlassen der Kirche führt ein Weg abwärts wieder in die Stadt. Ein wenig die Füße ausruhen tut jetzt gut.

 

      Kleiner Stadtstrand

Orthodoxe Kirche

      Museums-Katakomben 

    Museum Vitrine

     Grosser Strand

Promenade

Am Nachmittag schlendern wir auf der gepflegten Meeres-Promenade am „Kleinen Strand" entlang. Es herrscht ein gemächliches Treiben. Badegäste sind noch nicht viele zu sehen, dafür ist es noch etwas zu kühl. Das wird sich im Sommer ändern, dann sind hier 25 – 30 Grad oder auch mehr.

Ältere Spaziergänger gehen auf der Promenade von einem Ende zum anderen, halten ein Schwätzchen, schlürfen in den Lokalen einen Espresso oder trinken eine Limonade. Aber manche gehen auch sehr viel schneller, wollen sich wohl ein paar Pfunde ablaufen, welche durch ein üppiges Mittagessen ganz plötzlich auf die Hüften gesprungen sind. Osman und Josef begrüßen uns: „wie geht’s? - wo wart ihr gestern“.

Kinder schlecken genüsslich ein Eis und sind voll darauf konzentriert, haben ihre Umwelt vergessen.

 

Abendspaziergang auf der Promenade

Gegen Abend werden die Spaziergänger dann zahlreicher und die Lautstärke schwillt an. Autos und Mopeds fahren das ein und andere mal auf der Strandstraße, hupen, bremsen, weichen aus, beschleunigen, und halten an um ein Schwätzchen mit dem entgegenkommenden Fahrzeugführer zu halten. Sie parken, wo noch ein Plätzchen frei ist, gern auch auf der Promenade. Doch nun müssen die Fußgänger natürlich auf die Straße ausweichen und da diese immer zahlreicher werden, kommt natürlich kein Auto mehr durch.. Aber wozu auch, man kann ja auch einen anderen Weg fahren. Im Sommer wird diese Straße für den Autoverkehr am Abend sowieso gesperrt.

Am Freitag und Samstag sind es besonders viele jugendliche Touristen und Einheimische, welche die Promenade bevölkern. Junge Mädchen in schicken kurzen Röckchen oder engen Hosen flanieren bauchfrei in kleinen Gruppen auf und ab. Es duftet nach leichtem Parfüm, ein Hauch von Zitrone und Seife erfüllt die Luft, Kichern und Schnattern. Die Mädchen werden verfolgt von Gruppen aufgeregter Jungen und Männern mit gestylten Haaren. Sie möchten mit Ihnen ins Gespräch kommen, Zurufe, Kreischen, Grüße und Lachen erfüllen die Promenade mit frohem, glücklichem Leben. Die Menschen haben Spaß und Freude, sitzen in den Lokalen jetzt bei Wein, Bier und Sljivovica , natürlich auch bei Wasser und Limonaden . Die Stimmung steigt allmählich an, die wichtigen Tagesthemen werden lautstark diskutiert. Die Kellner haben alle Hände voll zu tun., flitzen durch die Tischreihen, fragen freundlich nach den Wünschen der Gäste. Erst wenn sich nach Mitternacht ein frischer Wind aufmacht, lichten sich die Tischreihen langsam und die Promenade kommt zur Ruhe. Es war ein schöner Tag, wir freuen uns aufs Bett.

Promenade in Ulcinj

       Osman und Josef 

Altstadtmauer

Restaurant Marco Polo

Großer Strand

Der große Sandstrand ist etwa 13 lang und liegt ca. 10 km von Ulcinj entfernt in Richtung Albanien. Man kommt dorthin mit einem Taxi oder mit kleinen Bussen, welche alle paar Minuten fahren, für nur wenige Cent. Direkt am Strand liegen vier große Hotels: „Grand Lido“, „Bellevue“, „Olympic“, „Otrant“. Die Zufahrten werden von Parkplatzwächtern kontrolliert, die eine Gebühr kassieren, wenn man nicht im Hotel wohnt. Am Strand kann man Liegen und Sonnenschirme mieten.

Nähere Info erhalten Sie über den Link "Hotels" zum günstigen Hotel “Otrant“

Bleibt man auf der Strandstraße und fährt weiter an diesen vier großen Hotels vorbei, kommt man zu vielen kleinen Pensionen, Hotels und Restaurants. Diese Strandstraße liegt zwar ca. 600 m vom Meer entfernt, es führen aber alle paar hundert Meter Stichwege oder –straßen dorthin. Hier liegen auch zwei Hotels, welche wir empfehlen können. Es ist das im Jahr 2006 eröffnete neue Hotel „Villa Luka“ und das etwas ältere, aber sehr schöne Hotel „Imperial“ mit einem neuen Anbau, welcher wohl auch 2006 fertig wird. Unser Link "Hotels" führt Sie dorthin.

Diese Hotels haben Zugänge zum Meer, welche auch mit dem Auto zurückgelegt werden können oder zu Fuß.

 

      Großer Strand von Ulcinj im April

           Hotel Otrant

FKK-Insel „ADA“

Fährt man noch weiter, kommt man an die Mündung des Bojana-Flusses. Hier gelangt man über eine Brücke zum Strand und Parkplatz auf die FKK-Insel Ada. Dort bewegen Sie sich nur noch textilfrei und genießen die Sonne und das Meer. Die Appartements und Aussenanlagen werden gerade der Reihe nach renoviert.

Liegestuhl- und Sonnenschirmverleih, Snackbar. Ideal für Surfer.

Das Fischrestaurant "Ponte" ist hier zu empfehlen.

 

            Insel Ada